Nachrichten über Armut

Ein halbes Jahr nach Erscheinen des aktuellen Armutsberichtes des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, welcher etwa 13,4 Millionen Menschen in Deutschland als arm bewertet, bekommt das Thema Armut auch durch die anhaltende Inflation ein wenig mehr Aufmerksamkeit in großen Nachrichtenformaten.

Am 29.05. fanden sich gleich zwei Beiträge im Heute-Journal, die Armut in den Blick nehmen.

Einer der Beiträge beschäftigt sich mit der Inhaftierung von Menschen, die nicht in der Lage sind, Strafzahlungen für das Fahren ohne Fahrschein in öffentlichen Verkehrsmittel zu zahlen und deswegen eine sogenannte Ersatzfreiheitsstrafe bekommen. Dies betrifft nach Informationen des „Freiheitsfonds“ mehrere Tausend Personen pro Jahr. „Bei den meisten von ihnen handelt es sich um Arbeitslose, um Menschen ohne festen Wohnsitz oder solche, die eine psychische Erkrankung haben, oft ist es auch eine Mischung aus allen drei Faktoren.“

Neben der völlig unwürdigen und diskriminierenden Bestrafung, erscheint besonders absurd, dass die Hafttage nicht nur den ökonomischen „Schaden“ in keinster Weise ausgleichen, sondern im Gegenteil noch weitere Kosten (ca. 150€ pro Tag) verursachen. In der Summe käme es dem Staat wahrscheinlich günstiger, die ausstehenden Rechnungen selbst zu begleichen.

ABER DANN WÜRDEN DAS JA ALLE MACHEN?!?!!?!?!

Ja genau! Addiert man die Summen der finanziellen Aufwendungen für Ticket- Infrastruktur, Kontrollen, Strafverfahren und Justizapparat, aber auch Folgekosten des übermäßigen PKW Verkehrs, wäre es vermutlich günstiger dauerhaft einen öffentlichen Personennahverkehr kostenfrei zu Verfügung zu stellen. Dieser würde zudem vor allem den ärmeren zu Gute kommen, die sich ohnehin kein eigenes Auto leisten können und deshalb auf einen guten ÖPNV angewiesen sind.

Vielleicht ist das 9€ Ticket ja der Anfang einer Verkehrswende, die mittelfristig kostenfreien ÖPNV bringt und damit Millionen Menschen entlastet und mobil macht. Mobilität gehört zu einem würdigen Leben und sollte deswegen gefördert werden, ohne die Kosten in den Fokus zu rücken.

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